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Beim Vertrauen schlägt die KI den Influencer. Deine Seite kann trotzdem verlieren.

POINT Kernpunkte
  • 67 % vertrauen der KI mehr als einem Influencer
  • Nur 23 % der Enttäuschten wechseln wirklich die Marke

„Unser KI-Traffic steigt.” „Und, hat da wer gekauft?”

Das Meeting im letzten Monat lief gut, bis die Traffic-Grafik kam. Die Zugriffe über KI-Systeme waren wieder gestiegen, Monat für Monat.

Dann kam die naheliegende Anschlussfrage: Und, hat da überhaupt jemand gekauft?

Ich sagte, ich würde die Zahl raussuchen und beim nächsten Mal mitbringen. Wahrscheinlich war ich damit nicht allein.

Aber genau diese Zelle ist noch leer. Ob die KI dir Traffic schickt, ist die eine Frage. Was dieser Traffic dann tut, ist eine andere — und die misst fast niemand.

Eine neue Verbraucherumfrage ist genau dieser Frage nachgegangen: Was macht ein Käufer, der über eine KI-Empfehlung kommt?

Schlägt die KI den Influencer beim Vertrauen?

Bei einer unbekannten Marke: ja. 67 % sagen, sie würden einer KI-Empfehlung mehr vertrauen als der einer Content-Creatorin oder eines Influencers.

Contentsquare hat genau das und weitere Fragen 2.000 Personen in den USA und Frankreich gestellt und die Ergebnisse am 2026-09-03 auf der eigenen Website veröffentlicht (R).

Contentsquare verkauft Analyse-Software für Website-Erlebnisse. Dieselbe Seite, die diese Zahlen zeigt, endet mit einem Link zur eigenen Plattform — ein klares Interesse an der Schlussfolgerung „deine Website zählt”.

Ein Interesse macht eine Zahl nicht falsch. Es ist ein Grund, den Rest der Erhebung zu lesen, bevor man damit arbeitet.

Die KI bewegt schon echtes Geld

47 % sagen, die KI habe ihre Meinung geändert, welche Marke sie kaufen. Nicht ob sie kaufen — welche.

57 % gehen weiter: Eine KI-Empfehlung hat schon echtes Geld aus ihrer Tasche gezogen, nicht nur die Meinung.

Das Kaufverhalten bestätigt das. 36 % sagen, sie nutzen KI inzwischen statt einer Suchmaschine, zumindest bei einem Teil ihrer Einkäufe — eine begrenzte Aussage, nicht bei allen Einkäufen, aber auch kein Rundungsfehler.

Nach Alter liegt die Mitte vorn: 74 % der 30- bis 44-Jährigen sagen, sie nutzen beim Online-Einkauf wahrscheinlich KI, gegenüber 70 % der 18- bis 29-Jährigen und 65 % der 45- bis 60-Jährigen. Keine Gruppe liegt unter 65 %.

Wenn im Team noch die Annahme „unsere Zielgruppe ist da noch nicht” steht, ist das die Zahl, an der diese Annahme sich messen muss.

Was danach passiert, ist noch deine Sache

Die Zahl, die ich tatsächlich in einen Report packen würde: 23 %.

Contentsquare hat gefragt, was Käufer tun würden, wenn die Website, auf die die KI sie geschickt hat, enttäuscht. Nur 3 % sagten, sie würden trotzdem kaufen. Die übrigen 97 % sagten, sie würden ihren nächsten Schritt überdenken.

Diese 97 % sind eine hypothetische Antwort — „würden”, nicht „haben”. Das ist keine gemessene Abbruchrate, und sie sollte auch nicht so weitergegeben werden.

Die 97 % teilen sich in drei: 57 % würden weiter recherchieren, 23 % würden zu einer anderen Marke wechseln, 16 % würden den Kauf ganz abbrechen.

Die 57 %, die weiter recherchieren, sind nicht weg. Die 16 %, die abbrechen würden, waren auch nicht auf dem Weg zur Konkurrenz — das ist verlorene Nachfrage, kein verlorener Marktanteil. Der einzige Anteil, der wirklich an einen Konkurrenten geht, sind die 23 %, die die Marke wechseln würden.

Alle drei Zahlen beantworten dieselbe Bedingung: was ein Käufer täte, wenn deine Seite jemanden enttäuscht, den die KI geschickt hat. Änderst du, was auf der Seite steht, arbeitest du an der einzigen Variable, die dieser Umfrage zufolge noch deine ist.

Die Lücke liegt zwischen dem, was die KI sagt, und deiner eigenen Seite

21 % sagen, ein KI-Einkaufsassistent habe ihnen Informationen gegeben, die nicht zu dem passten, was sie auf der Markenwebsite gefunden haben. Weitere 20 % sagten, die KI habe ihnen nicht genug Details geliefert, um mit Vertrauen zu kaufen.

Keine der beiden Lücken sieht man, wenn man nur die eigene Seite anschaut. Dafür muss man nachschauen, was die KI tatsächlich über die eigene Marke sagt — dasselbe Problem, das ChatGPT zitiert deine Marke. Hast du mal gelesen, was da eigentlich steht? von der Zitat-Seite aus behandelt.

Bevor diese Zahl weiterwandert, ein paar Grenzen. Contentsquare hat über Pollfish befragt, eine Online-Umfrageplattform — das ist, was Leute sagen, dass sie tun würden, kein Protokoll dessen, was sie wirklich getan haben. Die Stichprobe sind die USA und Frankreich; Daten aus dem deutschsprachigen Raum gibt es hier nicht. Die 2.000 Befragten sind gewichtet und geschichtet, aber Contentsquare nennt keinen Erhebungszeitraum, also lässt sich nicht sagen, welchen Monat KI-Verhaltens diese Antworten beschreiben. Und Contentsquare verkauft, wie oben schon gesagt, genau die Art Plattform, für die dieser Befund spricht.

Nichts davon macht die 67 % oder die 23 % falsch. Es heißt nur: Das ist eine Momentaufnahme einer interessierten Partei, kein Wert, der sich von allein verteidigt.

Notier dir die 23 %, dann prüf, was die KI erzählt

97 % und 23 % kommen aus derselben Frage, gestellt denselben Leuten. Ich würde nur die 23 % in einen Report übernehmen — die Zahl, die einen echten Wechsel zur Konkurrenz benennt, mit der Bedingung „wenn die Seite enttäuscht” direkt daneben.

Der andere Schritt kostet weniger, als er klingt: einmal im Monat nachschauen, was eine KI Leuten über deine Marke erzählt, und das neben die eigene Seite legen. Diese Lücke von 21 % zeigt sich sonst nirgends.

Wie gut die Leute sind, die dir die KI schickt, ist eine eigene Frage — Beim komplizierten Zeug schlägt KI-Traffic sogar Paid Social hat die Zahlen dazu. Hier geht’s um das, was passiert, sobald sie da sind.

Hat dein Reporting eine Zeile für das, was die KI über dich sagt? Wenn nicht, ist das die Lücke, die vor der nächsten KI-Traffic-Zahl in der Folie geschlossen gehört.

Quellen

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