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Bei 75.000 Marken nachgezählt: Der KI ist das Gerede über dich wichtiger als deine Backlinks

POINT Kernpunkte
  • Markennennungen korrelieren mit 0,664, Backlinks nur mit 0,10 bis 0,218
  • Der Hebel heißt digitale PR, nicht die nächste Linkbuilding-Runde

„KI-Optimierung, ja klar. Am Ende sammeln wir halt wieder Links.” Den Satz höre ich im Marketing gerade ständig.

Die Logik dahinter ist ja nicht dumm. Was in der Suche stark ist, greift die KI schon auf. Also weiter Backlinks aufbauen, fertig. Ich hab das eine ganze Weile auch so gesehen.

Nur: Es gibt Daten, die genau an dieser Gleichung „KI-Optimierung = Backlinks” rütteln. Ziemlich unsanft sogar.

Und zwar nicht als Bauchgefühl aus zwei Projekten, sondern über 75.000 Marken hinweg. Schauen wir uns das mal an, in einer Form, die du am Montag ins Reporting tragen kannst.

„Ist KI-Optimierung nicht einfach Linkaufbau mit neuem Namen?”

Wer diese Frage mit richtig viel Daten beantwortet hat, ist Ahrefs, bekannt aus dem SEO-Werkzeugkasten, mit einer eigenen Auswertung.

Der Umfang ist das, was sie interessant macht: 75.000 Marken, und für jede davon gemessen, wie leicht sie in ChatGPT, im Google AI Mode und in den AI Overviews auftaucht.

Dann haben sie danebengelegt, was diese Marken außerhalb der eigenen Website so am Laufen haben, und geschaut, was sich zusammen bewegt.

KI-Sichtbarkeit heißt im Kern: wie oft dein Name in den Antworten der Modelle überhaupt vorkommt. Sprich: nicht, ob deine Seite gefunden wird, sondern ob die KI dich von sich aus nennt.

Und was kam raus? Etwas, das der jahrelangen Branchengewissheit ordentlich widerspricht.

Fangen wir bei der Rettungsleine jedes SEO-Menschen an: den Backlinks. Die liefen mit der KI-Sichtbarkeit fast überhaupt nicht mit.

Die Korrelation lag bei 0,10 bis 0,218. Korrelation heißt im Kern: wie stark zwei Dinge miteinander mitwandern, wenn das eine steigt. Nahe null ist also die höfliche Art zu sagen: passiert praktisch nichts.

Der Hinweis, der stattdessen mit Abstand vorne lag, war ein anderer: Markennennungen im Web.

Markennennungen kamen auf eine Korrelation von 0,664, also rund dreimal so stark wie Backlinks mit ihren 0,10 bis 0,218.

  • Markennennungen im Web: Korrelation 0,664 (der mit Abstand stärkste Zusammenhang)
  • Zahl der Backlinks: Korrelation 0,10 bis 0,218 (praktisch vernachlässigbar)

Eine Markennennung ist dabei schlicht: irgendwo da draußen fällt auf einer fremden Seite dein Name. Kein Link nötig, kein Ankertext. Nur die Frage, an wie vielen Stellen im Netz über dich geredet wird.

Und jetzt der Teil, den ich echt spannend finde: Das sieht nicht nach einer Macke von Ahrefs allein aus.

Ein ganz anderer Laden, OppAlerts, hat mit über 100.000 Prompts nachgemessen und kam ebenfalls darauf, dass Backlinks nur ein paar Prozent der Unterschiede erklären (LLM Ranking Factors). Zwei unabhängige Auswertungen, und beide zeigen in dieselbe Richtung.

Denkt man die Mechanik durch, wird es fast logisch. Eine Suchmaschine entscheidet, welche Seite oben steht. Eine KI entscheidet, welche Marke sie beim Namen nennt.

Das eine ist ein Duell Seite gegen Seite. Das andere ist die Frage, ob dich das Modell überhaupt als stimmiges, wiedererkennbares Ding begreift. Denn je einheitlicher über dich geredet wird, desto entspannter nennt es deinen Namen.

Heißt, es gewinnt nicht das dickste Linkprofil, sondern das klarste Bild, das die Welt von dir zeichnet.

Wenn du Link für Link jahrelang gestapelt hast, ist das schon ein Moment zum Schlucken (ungefähr wie die Punkte, die du jahrelang treu gesammelt hast, und in der neuen App sind sie dann halt keinen Cent mehr wert).

Ein Vorbehalt gehört aber dazu, und der zählt: Das ist Korrelation, kein Beweis. Keiner hat gezeigt, dass mehr Nennungen mehr KI-Auftritte verursachen, und je nach Branche fällt der Effekt sehr unterschiedlich aus.

Fazit: Erst dafür sorgen, dass mehr über dich geredet wird, dann deine KI-Nennungen messen

Also, was diese Auswertung dir wirklich in die Hand gibt. Der größte Takeaway: Der Kampfplatz für KI-Sichtbarkeit liegt nicht bei der Zahl deiner Links, sondern darin, an wie vielen Stellen im Netz dein Name überhaupt fällt. Linkaufbau wird dadurch nicht wertlos. Aber allein läuft er an dem meisten vorbei, was die KI tatsächlich aufschnappt.

Wenn du einen konkreten ersten Schritt willst: Sorg dafür, dass andere über dich reden. Fachbeiträge in Branchenmedien, eigene Erhebungen veröffentlichen, Reviews und Kundenfälle einsammeln. Das ist im Kern digitale PR, und ihr Job ist hier, dich ins Gespräch zu bringen statt Links zu zählen. Nicht glamourös, aber genau das ist das Fundament dafür, dass die KI dich für nennenswert hält.

Und das Zweite, das du bloß nicht überspringst: messen. Du kannst die Nennungen hochziehen und trotzdem nicht wissen, ob es angekommen ist, denn ein Backlink-Report zeigt dir das schlicht nicht. Beobachte laufend, wie oft die KI deine Marke wirklich nennt, mit einem eigenen Maßstab neben der Linkzahl. Erst wenn Maßnahme und Wirkung zusammenfinden, fängt die Sache an zu laufen.

Einen Schritt neben die Tabelle mit den Linkzahlen treten und schauen, wie viel die Welt über dich redet. Die Filetlage dieser neuen Zeit liegt, glaube ich, genau dort.

Und sie steht erstaunlich leer.


Quellen

  • Ahrefs, „Top Brand Visibility Factors in ChatGPT, AI Mode, and AI Overviews (75k Brands Studied)”, ahrefs.com (75.000 Marken analysiert; Markennennungen Korrelation 0,664 vs. Backlinks 0,10 bis 0,218)
  • OppAlerts, „LLM Ranking Factors”, März 2026, oppalerts.com (145 Branchen, über 100.000 Prompts analysiert; Backlinks erklären nur wenige Prozent; Studie eines Anbieters von KI-Sichtbarkeits-Tools)
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